Gemeinde Flugzeugabsturz 1944

 

 

Flugzeugabsturz bei Poxdorf

 
Die Nacht vom 30. auf 31.März 1944, eine Woche vor Gründonnerstag-Karfreitag, es war eine Schreckensnacht für Poxdorf. Eine Staffel britischer Bomber befand sich im Anflug zu einem Luftangriff auf Nürnberg. Sie wurde von deutschen Jagdflugzeugen abgefangen und angegriffen. Eine Maschine wurde angeschossen, kreiste immer tiefer, mehrmals über uns und flog inzwischen stark brennend und führerlos in geringer Höhe über die Ortschaft. Alle Leute riefen zu Tode erschrocken: „Der nimmt doch den Kirchturm und die letzten Häuser mit!“. Zirka 200m außerhalb des Dorfes schlug das Flugzeug dann auf einer kleinen Anhöhe auf und hinterließ mehrere metertiefe Krater.
Die Maschine explotierte mit ihrer eigenen Bombenlast und wurde in abertausend Teile zerrissen. Alles brannte und qualmte und die mitgeführten Bomben und Munition explotierten stundenlang. Kilometerweit waren die Trümmer in den Feldern der weiten Talmulde verstreut, die dann später in wochenlanger mühevoller Kleinarbeit von deutschen Soldaten zusammengetragen und abtransportiert wurden.
Über die Piloten, die mit Sicherheit vorher ausgestiegen waren, konnte man in den Kriegswirren nichts genaues erfahren. Es war mal die Rede, daß einer in der Nähe von Drosendorf bei Bamberg tot aufgefunden wurde. Vielleicht war er zu spät ausgestiegen und der Fallschirm hatte sich nicht mehr richtig geöffnet.
Es ist nicht auszudenken, wenn das viermotorige Ungetüm, beladen mit zentnerschweren Spreng- und große Mengen an Phosphor-Brandbomben, nur wenige Meter tiefer geflogen und in die Ortschaft gestürzt wäre.
Wenn man die Absturzstelle am nächsten Tag ansah, kann man sich gut vorstellen, daß von Poxdorf und seinen Bewohnern, die zu dem Zeitpunkt meist im Freien standen, nicht mehr viel übrig geblieben wäre.
Wir danken Gott, daß wir vor gut 50 Jahren von einer großen Katastrophe verschont geblieben sind.
Peter Dorsch