GemeindeFeuerwehr

 

 

Kurzzusammenfassung, soweit bekannt, der Kommandanten und Vorstände der FFW Poxdorf

 
Kommandaten:
1898-1906      Martin Nüßlein
1906-1913      Johann Brehm
1913-1920      Jakob Weiß
1920-1930      Michael Nüßlein  H. Nr. 10
1930-1940      Michael Stadter  22
1940-1945      Andreas Nüßlein  8
1945-1950      Georg Pfister  15
1950-1961      Andreas Nüßlein  8
1961-1967      Peter Grasser  28
1967-1970      Georg Stadter  13
1970-1980      Josef Götz  5
1980-1991      Edwin Stadter  22
1991-1997      Reinhold Deinhardt  42
1997-heute      Markus Brehm  4
 
 
Vorstände
1898-1900      Paul Brehm                 
1900-1906      Jakob Dorsch
1906-1920      Josef Dorsch  H. Nr. 1
1920-1933      Josef Brehm  20
1933-1940      Johann Nüßlein  21
1940-1946      Andreas Nüßlein  8
1946-1962      Hans Brehm  6
1964-1975      Emil Nüßlein  8
1975-1991      Albert Dippold  24
1991-heute      Fritz Grasser  28       
           

Brandfälle in Poxdorf
 

03.06.1825      Großbrand durch fahrlässiges Verhalten
                       bei folgenden Anwesen wurden Wohnhaus und
                       Scheune ein Raub der Flammen:
                                   Konrad Hopf  Nr. 22
                                   Johann Götz  24
                                   Peter Dorsch  25
                                   Friedrich Winkler  32
                                   Eva Stadter  33
                                   Anton Stadter  34
                                    zusätzl. Brauhaus von
                                  Georg Griebel  29
                        Scheune total und Wohnhaus
                        teilw. von Johann Deinhardt  1
                        Scheune von Johann Deinhardt  2                                                          Wohnhaus von Peter Herbst  23
                        Wohnhaus teilw. von Adam Dorsch  36
                        Wohnhaus und Schmiedewerkstatt
                        der Gemeinde Poxdorf  35
 
18.05.1950      Brand durch Blitzschlag           
                        Wohnhaus und Scheune von
                        Andreas Nüßlein  8
 
22.08.1971      Brand durch Blitzschlag
                        Wohnhaus und Scheune von
                        Alfred Götz  37
 
25.04.1975      Brand durch Unachtsamkeit
                        Wohnhaus und Scheune von
                        Johann Engert  41
                                  
 
Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Poxdorf
 
Die Einwohner von Poxdorf werden sich sicher schon sehr früh Gedanken über die Bekämpfung von Bränden gemacht haben, denn am 3. Juni 1825 brach, durch fahrlässiges Verhalten, ein Feuer aus, daß sich zum Großbrand entwickelte. Bei dieser Katastrophe sind 9 Wohnhäuser und 11 Nebengebäude den Flammen zum Opfer gefallen; 2 Wohnhäuser wurden stark beschädigt. Wahrscheinlich aufgrund dieses Ereignisses hat man sich im Jahr 1856 entschlossen, sich am Vorhaben von Königsfeld und Huppendorf zu beteiligen, eine Löschmaschine anzuschaffen.
 
Somit besaßen diese drei Ortschaften schon 13 Jahre, vor der von der Regierung im Jahr 1869 geforderten Aufstellung von Feuerwehren, eine Spritze und eine Mannschaft die das Gerät bedienen konnte. Poxdorf zahlte 300 Gulden, nach der Haussteuer ausgeschlagen, zur neuen Löschmaschine.
 
Der erste amtliche Nachweis, daß eine Freiwillige Feuerwehr in Poxdorf besteht, ist aus Akten des Bamberger Staatsarchives von 1875 zu ersehen, denn eine Verfügung des Bezirksamtes Ebermannstadt vom 27. Februar 1875 verpflichtet jede Gemeinde eine eigene Spritze zu erwerben. Da Poxdorf schon Miteigentümer einer Feuerlöschmaschine war, aber das nötige Geld für ein neues Gerät fehlte, entschloß man sich, die 20 Jahre alte Spritze, den beiden Miteigentümern Königsfeld und Huppendorf abzukaufen. Bei einer Zusammenkunft der Dorfbewohner, es waren 2/3 anwesend, stimmten alle für den Kauf im selben Jahr 1875 und somit für die Gründung einer eigenen Wehr in der selbstständigen Gemeinde Poxdorf. Die Kaufverhandlungen zogen sich zwar noch einige Zeit hin, bis man sich über den Preis einig wurde. Schließlich mußte Poxdorf noch 560 Gulden an die beiden Miteigentümer für die „gebrauchte“ Löschmaschine bezahlen. Während dieser Zeit wurden auch zwei Brunnen gebaut, um der oft auftretenden Wassernot einigermaßen zu begegnen.
Im Jahre 1883 tritt die FFW Poxdorf dem Bayerischen Landesfeuerwehrverband bei, worüber auch eine Urkunde ausgestellt wurde, die aber nicht mehr aufzufinden ist.
 
1886 wurde bei der FFW Poxdorf eine Inspektion durchgeführt, die folgendes Ergebnis brachte: Mitglieder 50 Mann, Uniformen: dunkle Röcke, Helme und Gurte mit Hacken, 1 Druckspritze ohne Saugwerk 4 rädrig nicht abprotzbar, 3 kleine Spritzen ohne Räder (zum Tragen), 8 Eimer aus Hanf, 3 Hanfdruckschläuche mit Normalgewinde, 1 Anstelleiter mit Stützstangen, 2 Anstelleitern ohne Stützstangen, 1 Trompete, 1 Hupe, 1 Feuerhaus, 2 Feuerweiher, 3 Brunnen im Ort, 7 Übungen wurden abgehalten und zu einem Brand außerhalb der Gemeinde wurde man gerufen. Die Kosten im Jahre 1886 betrugen 50 Mark. Somit waren die Richtlinien des Bayerischen Feuerwehrverbandes erfüllt, der die FFW verpflichtete, Regelmäßig Übungen abzuhalten.
 
In der Folgezeit sind nur vereinzelte Verzeichnisse der Mitglieder der FFW Poxdorf bei der Gemeinde auffindbar.
 
Ab dem Jahr 1950 werden die Aufzeichnungen der Feuerwehr besser. Ein Brand am 18.05.1950 in Poxdorf, bei dem noch die vierrädrige Spritze im Einsatz war, brachte es an den Tag, daß diese vollkommen veraltete Handdruckspritze ohne Saugwerk für den Feuerschutz in der Gemeinde nicht mehr ausreicht. Der Wunsch zur Anschaffung einer Motorspritze konnte allerdings nicht gleich in die Tat umgesetzt werden, denn andere wichtige Projekte mußten von der Gemeinde finanziert werden. Dies waren Ortssanierung, Straßenbau und Bau der Wasserleitung, damit die immer wiederkehrende Wassernot ein Ende fand. Auch war der Bau eines neuen Schulhauses in Planung. Endlich, 1964, konnte bei der Firma Paul Ludwig Bayreuth eine Motorspritze TS 8/8 mit Anhänger in Auftrag gegeben werden, welche dann zum Preis von 12.073,75 DM im selben Jahr noch ausgeliefert wurde. Bereits im Jahr 1965 legten 3 Gruppen der Freiwilligen Feuerwehr Poxdorf das erste Leistungsabzeichen ab.
In regelmäßigen Abständen wurden diese Prüfungen auch weiterhin durchgeführt. Mehreren Kameraden wurde schon das goldene Abzeichen angesteckt. Maschinistenlehrgänge wurden besucht und an Lehrgängen für Feuerwehrführungskräfte in der Feuerwehrschule Würzburg teilgenommen. Außerdem haben einige Feuerwehrleute die neu eingeführte Truppmannausbildung absolviert.
 
Im Jahr 2003 wurde vom Kommandanten Markus Brehm eine Jugendfeuerwehr gegründet, die von Inge Deinhardt betreut wird und für den Nachwuchs der Feuerwehrmannschaft sorgt.
 
Auch im kulturellen Bereich ist die FFW sehr aktiv und ist aus dem Dorfleben nicht wegzudenken. Jährlich, seit 1971, wird in der Ortsmitte ein Weihnachtsbaum aufgestellt. Das Abbrennen des Johannisfeuers und das Aufstellen des „Kerwabaams“ sind seit 1980 echte Dorffeste, an denen neben den Einwohnern auch gerne auswärtige Besucher teilnehmen. Auch Grillfeste und Ausflüge werden immer wieder angeboten. Auf Initiative der FFW nahmen im Jahr 1994 45 Personen an einem Erste-Hilfe-Kurs teil.
1982 wurde unter Kommandant Edwin Stadter mit zwei Gruppen eine Damenwehr gegründet. (Bereits im 2. Weltkrieg hatte der Großvater des Kommandanten Damen für den Notfall ausgebildet.) 1983 erstellte die Gemeinde für 26.000 DM einen Löschwasserbehälter mit 85 m³, um für den Ernstfall stets gerüstet zu sein.
1988 wurden die Herren Josef Dorsch Nr. 1 und Günter Patzig Nr. 18 aufgrund ihrer Verdienste zu Ehrenmitgliedern der FFW Poxdorf ernannt.
Der Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses mit Schlauchtrockenanlage wurde in den 80er Jahren in Angriff genommen, welches dann im Jahre 1991 durch Pfarrer Bernhard Krüger feierlich eingeweiht wurde. Mit einem Festzug, den ersten in Poxdorf , an dem fast 50 Vereine teilnahmen und Festzeltbetrieb, feierte man den Anlaß gebührend.
Um die Schlagkraft der Wehr aufrecht zu halten, will man auch in Zukunft Gruppen zur Leistungsprüfung ausbilden und Schulungen besuchen. Sicher finden sich dafür weiterhin junge und aufgeschlossene Männer und Frauen, welche die alte Tradition der FFW, Hilfsbereitschaft und Gemeinschaftsgeist, weiterpflegen und aufrechterhalten, getreu dem Spruch ihrer Vorfahren: „Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr“.
Ein besonderes Ereignis in der Geschichte der FFW war das Fest der Fahnenweihe, verbunden mit 120jährigem Gründungsfest vom 24.-28. Mai 1995.
Der Festausschuß, die FFW und die Ortsbewohner waren sehr bemüht und alle Festbesuchern konnten schöne Erinnerungen von Poxdorf mit nach Hause nehmen .
 
Verfasst von Peter Dorsch
und Günther Fuchs 1995
überarbeitet Stefan Brehm 2009
 
Aus dem II. Weltkrieg, 1939-1945 kehrten 15, meist sehr junge Feuerwehrkameraden nicht mehr zurück.
Dies waren:      Michael Brehm  Nr. 4
                        Heinerich Deinhardt  Nr. 39
                        Franz Deinhardt  Nr. 9
                        Nikolaus Deinhardt  Nr. 9
                        Andreas Dorsch  Nr. 35
                        Andreas Engert  Nr. 11
                        Friedrich Hümmer  Nr. 38
                        Phillip Hümmer  Nr. 38
                        Hans Nikol  Nr. 12
                        Martin Pfister  Nr. 15
                        Josef Raab  Nr. 5
                        Jakob Sauer  Nr. 29
                        Georg Schick  Nr. 37
                        Georg Stenglein  Nr. 23
                        Hans Stenglein  Nr. 23